Norwegen – Teil 1

Norwegen - Regenbogen über dem Ulvikfjord



Samstag 27.05.2006 von Köln nach Flensburg

In strömenden Regen sind wir losgefahren. Die Wettervorhersage: Regen – mal mehr mal weniger, aber immer nur Regen. Das hob natürlich unheimlich die Stimmung. Eine vergessliche Ehefrau, die eine Ehrenrunde über zwei Autobahnausfahrten veranlasste, trug noch ihr Schärflein zur extremen Stimmungslage bei. Wenigsten gab es im Verlaufe der Fahrt keine Staus, so das wir recht früh in Flensburg ankamen.
Kurz vor Norwegen - Flensburger Hafen Flensburg habe ich die Unzuverlässigkeit der Wettervorhersage in höchsten Tönen gelobt. Zunächst hörte der Regen auf und zum guten Schluss war es zwar bewölkt aber richtig gutes Wetter. Der Stellplatz ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig und statt der avisierten fünf Plätze standen dort am Ende ca. 30 Mobile, aber dafür ist er direkt am Wasser und sehr ruhig gelegen.
Der Weg zum historischen Hafen führt erst durch einen noch aktiven Teil des Hafens mit furchterregenden Warnschildern. Gut erzogen wie wir sind, machten wir eine Bogen um das Gebiet. Als wir jedoch sahen, dass viele Radfahrer sich nicht um die Schilder scherten wurden wir auch mutiger. Also direkt am Wasser entlang. Und was kam uns direkt entgegen? Die Wasserschutzpolizei. Die fuhr aber seelenruhig an uns leise pfeifenden Touristen vorbei. Weiter gings also am Wasser. Ein Glücksfall, denn kurz darauf sah ich neben den diversen Stockenten die mir bekannte Silhouette eines Sägervogels. Gleichzeitig kam der Ärger hoch, mal wieder das falsche Objektiv dabei zu haben. Nachdem ich trotzdem einige Bilder geschossen hatte, benutzten wir die Hafenfähre, ein umgebauter historischer Schlepper, um die Hafenseite zu wechseln. Dort lockten einige Markstände. Wie wir aus den Plakaten entnehmen konnten, fand gerade die Rum-Regatta statt. Wie sich abends heraus stellte kamen dazu ziemlich viele historische Segelschiffe Rumregatta Flensburg Rumregatta Flensburg zusammen.
Der Markt war recht übersichtlich und auch ein kurzer Besuch in der Altstadt Flensburg Flensburg mit seinen sehr schönen Seitengässchen konnte uns nicht allzu lange aufhalten. Wieder zurück im Womo gab es ein Länderspiel im Fußball als Unterhaltung zum Kaffee.
Anschliessend das lange Tele auf die Kamera geschraubt und wir sind nochmal losgezogen. Der unterdessen als “Mittlerer Säger” identifizierte Vogel liess mir keine Ruhe. Die Frau tauchte in unerreichbarer Ferne nach Fischen, aber der Mann war nirgends zu sehen. Ein paar Schritte weiter konnte ich ihn dann doch noch erwischen. Zur Belohnung gab es dann beim Regattafest ein leckeres gefülltes Brot. Nebenbei bemerkt hatte sich meine Stimmung auch schon wieder etwas gebessert.
Mittelsäger in Flensburg

Sonntag 28.05.2006 von Flensburg nach Ulvik über Hanstholm und Bergen

Dänische Autobahnen Sonntags Morgens haben einen großen Vorteil: Man ist alleine und kann nach der Auffahrt den Tempomaten auf 110 einstellen – und erst bei der Abfahrt nach ca. 300 Km wieder ausmachen. Dazwischen passiert so wenig, das schon die Umstellung der Scheibenwischergeschwindigkeit eine willkommene Abwechslung ist.
In Hanstholm angekommen passierte auch nichts, ausser dem Warten auf die Fähre. Bis auf einmal einem Busfahrer die Langeweile zuviel wurde und ein wenig Action in die Sache brachte. Als alle gespannt auf das Verladen warteten tritt der Busfahrer mal eben aufs falsche Pedal und fährt einen massiven Drahtzaun nieder. Die dahinter stehenden Fahrzeuge, darunter auch unseres, haben Glück, das es sich nicht um eines dieser neumodischen PS-Monster handelt. Denn der relativ alte Linienbus legt nur den Zaun um und lässt die anderen Fahrzeuge in Ruhe.
Nach dieser kleinen Aufregung kam die große in Form des Einparkens auf der Fähre. In die angewiesene Lücke passt noch nicht mal ein PKW dachte ich zwar, fuhr aber cool und locker in die Ecke bis der Einweiser sogar lobend den Daumen hob.
Bei der Ausfahrt kann der Fahrgast noch einen schönen Blick auf den pittoresken Fischerhafen von Hanstholm Norwegen - Hanstholm Norwegen - Hanstholm erhaschen.
Nach einem Blick in die engen Etagenbett-Kabinen waren wir froh, uns eine geräumigere Kabine mit normalem Doppelbett geleistet zu haben. Durch die etwas rauhe See (Rau für mich als Landratte, der Kenner wird darüber sicher lachen) fühlte sich die, mittlerweile wieder beste :-) , Ehefrau von allen um 19 Uhr bemüßigt eine Tablette gegen Reisekrankheit einzuwerfen. Die wirkte auch ganz toll. Norwegen - Küste am Abend Norwegen - Küste am Abend So toll, dass ihr bis zum nächsten Morgen nicht mehr übel war, weil sie nämlich durchschlief. So saß ich in der Kabine und drehte Däumchen. Als es langsam dunkel wurde und ein Blick durch das Fenster Land zu erkennen gab, packte ich die Kamera und hielt meine ersten Eindrücke von Norwegen fest.

Nach zwei Stunden auf dem Panoramadeck schwand auch der letzte Funken Tageslicht, aber ich harrte (leicht bibbernd) der Zwischenlandung in Egersund. Die Hafeneinfahrt Norwegen - Egersund war echt ein Erlebnis. Wie die den dicken Brocken von Schiff durch die schmale Einfahrt und dann im Hafenbecken auch noch umdrehten imponierte doch sehr. Am Rande des Hafens lag noch eine hell erleuchtete Baustelle auf einem Ponton und die örtliche Fischfabrik Norwegen - Egersund Norwegen - Egersund war auch schön angeleuchtet. Nachdem ein Blick vom 7. Deck auf die Pier meine Höhenangst bestätigt hatte, begab ich mich endlich zur (Un-) Ruhe.

Kaum aus dem Hafen heraus, stampfte,rollte und gierte das Schiff wie Wild. Aber irgendwie schlafe ich dann doch neben meiner selig schlummernden Frau ein. Nach dem untauglichen Versuch eines Abendessens in der ansässigen Gastronomie am Vorabend verzichte ich nach dem Aufstehen um 7 Uhr auf ein Frühstück und stelle mich wieder auf das Panoramadeck.

Die Aussicht war wie nachts, grau in grau in grau. Nur etwas heller. Norwegen - Zwischen Egersund und Bergen Norwegen - Ölbohrplattformversorgungsschiff <img src='http://reisebericht.rb-fotos.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Ein Versorgungssschiff für Ölplattformen und diverse Fischfarmen bildeten unterwegs eine willkommene Abwechslung. Nach der Ausschiffung in Bergen sahen wir beim Zoll anscheinend unverdächtiger aus als ein VW-Bus mit einer Anglergruppe. Die wurden nämlich gefilzt, während wir, mit sicherlich mehr zu verzollenden Waren an Bord als der VW-Bus jemals hätte bugsieren könnte, durchgewunken wurden.

Von Oppdal nach Dovre

Montag 05.06.2006 von Oppdal nach Dovre

Auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten im nahe gelegenen Naturschutzgebiet fuhren wir recht wenig heute.
Der Wanderweg durch das Naturschutzgebiet war leider noch zu. Aber bei einer kleinen Rast konnte ich wieder ein Blaukehlchen sehen. Und dieses Mal liess es mich auch in Schussweite heran kommen. Norwegen - Blaukehlchen

Um die abendliche Gas-spar-bedingte Kälte im Wohnmobil zu minimieren habe ich den ganzen Tag beim Fahren die Heizung des Fiats auf volle Pulle laufen lassen.
Am frühen Mittag erreichten wir sommerliche 30 Grad. Das klingt bekloppt und das An- und Ausziehen beim Aussteigen ist es auch, aber das ganze hat den Vorteil, das wir Abends um 22 Uhr wieder gemütliche 23 Grad hatten und nicht wie gestern schattige 15.

Dennoch war es am nächsten Morge wieder recht kühl und dicke Pullover waren angesagt.

Von Dovre nach Fagernes

Dienstag 06.06.2006 von Dovre nach Fagernes

Nach einiger Zeit schlug das Wetter wieder mal um und bescherte uns strahlenden Sonnenschein.
Noch auf der E6 kommt man durch das kleine Örtchen Sel mit seiner sehr schönen Kirche Norwegen - Sel die ein typisches Beispiel für den norwegischen Kirchenbaustil darstellt. Ein kleine Besonderheit ist wohl die Tatsache, dass diese Kirche schon 1742 erbaut wurde. Auf dem Foto sieht man davon leider nicht viel, aber in Natura sah man das Alter schon deutlich.
Die E6 ist auf Dauer doch nicht so dolle weil zu gut ausgebaut und sehr langweilig zu fahren. Wir entschlossen uns daher über die 15 und 51 nach Fagernes zu fahren.
Der Entschluss war goldrichtig.
Die 51 war dann wieder genau nach unserem Geschmack, kilometerweit nur Natur mit einer Strasse drin die scheinbar nur für einen selbst gebaut worden war. Norwegen - 51
Und an einem der vielen Bergseen fand ich eins der typischsten norwegischen Motive: Die einsame Hütte am grossen See Norwegen - Hütte am See
Ein unterwegs ausgeschilderter Naturwanderpfad war mangels Blühendem eher unschön zu begehen, aber die alten Holzbrücken die über einen Bach führten waren schon sehenswert Norwegen - Holzbrücke
Blühende Pflanzen gab es im Oberland sowieso so gut wie gar nicht, dafür waren wir einfach noch zu früh. Der anschliessende sehr langezogene Passweg am Jotunheim-Nationalpark war ebenfalls sehr gut zu fahren und oben gab es kurz vor der Passhöhe eine geniale Aussicht auf den Vinstri-See. Norwegen - Vinstri-Vatn
Der Abstieg führte uns dann zwar leider durch ein ödes Skigebiet aber zum guten Schluss noch zu einem gemütlichen Campingplatz in Fagernes.

Von Fagernes über Honefoss nach Oslo

Mittwoch 07.06.2006 von Fagernes über Honefoss nach Oslo

Die Fahrt über die E16 war eigentlich ziemlich langweilig.
Einzig die beiden Stabkirchen in Reinli Norwegen - Reinli und Hedalen (nicht zu verwechseln mit der in Heddalen) Norwegen - Hedalen waren eine Abwechslung.
Bei der in Hedalen war auch der Weg durch seine Steigung interessanter als die geschlosssene Kirche.

Der eigentliche Höhepunkt des Tages war aber der Villfisken-Laden zwischen Bergsund und Hallingby. Dort gab es zwar recht teure aber dafür himmlisch leckere kaltgeräucherte Lachsforellen und kaltgeräucherten Saibling.

Die Suche nach dem avisierten Womo-Stellplatz in Oslo war schon recht lustig. Wir wollten nach einem vergeblichen Anlauf schon auf einen der ausgeschilderten Campingplätze (schnuckelige 500 oder 1000 Plätze groß) ausweichen, als die beste Beifahrerin von Welt am Kreisverkehr nahe der Sjolyst-Marina ein winziges Schild erkannte. Wie in Trondheim, war hier in Oslo noch nicht einmal eine gute Absicht zu erkennen dem mobilen Besucher zu helfen. Schade.
Letzten Endes standen wir nun doch auf dem Stellplatz direkt am Hafen und freuen uns auf einen lauen Sommerabend.
Vorher fuhren wir natürlich mit der S-Bahn in Zentrum.
Oslo selbst war ein absoluter Zivilisationsschock. So viele Menschen an einem Ort Norwegen - Oslo , dazu noch so viele Waschbeton-Bausünden der Siebziger auf einem Haufen. Igitt. Ein überbordender Verkehr kam noch dazu, sodass wir usn nicht recht wohlfühlen konnten. Da Sehenswürdigkeiten bis auf das Schloss Norwegen - Königsschloss auch eher Mangelware sind, waren wir innerhalb von drei Stunden fertig mit Oslo.
Wieder am Stellplatz angekommen verlebten wir einen schönen ruhigen Sommerabend mit göttlichem Räucherfisch.

Von Oslo nach Risør

Donnerstag 08.06.2006 von Oslo nach Risør

Um Punkt acht Uhr fingen die beiden Riesengabelstapler wieder mit dem zuwasserlassen der kleinen Segelboote an.
Also sind wir nach dem Frühstück wieder rauf auf die E18. Die entpuppte sich aber als voll ausgebaute Autobahn. l.t Reiseführer sollte es parallel dazu eine schöne Küstenstrasse geben.
Schön? naja. Fast die ganze Strecke war nur 50 – 60 erlaubt und es gab extrem viele der in Norwegen sehr hohen Verkehrsberuhigungshubbel. Von der Küste sah man übrigens nur sehr sporadisch was.
Risør selber war echt schnuckelig und im Gegensatz zu vielen anderen Orten waren hier die Häuser fast ausnahmslos weiss gepinselt. Hier ein schönes Panorama vom kleinen Hafen: Norwegen - Risør

Von Risør nach Haukeligrend

Freitag 09.06.2006 von Risør nach Haukeligrend

Der südliche Grüngürtel Norwegens war so uninteressant, dass wir Adhoc beschlossen, wieder ins Landesinnere abzubiegen.
Die E9 ist zwar auch nicht so der Hit aber immer noch besser als der Grüngürtel. Zwischen Evje und Haukeligrend sahen wir einen heftigen Biber-Verbiss Norwegen - Biberverbiss . Den Bau konnten wir auch ausmachen aber ein Biber liess sich leider nicht blicken.
Ansonsten gab es bis auf einige feine Ausblicke Norwegen - Zwischen Evje und Haukeligrend nur noch oben ein riesiges Ski-Gebiet.
Wenigstens ist es nun auch hier Sommer und warm geworden und wir können abends mal draussen sitzen.

Von Haukeligrend nach Etne

Samstag 10.06.2006 von Haukeligrend über Sand und Røldal nach Etne

Wieder gibt es einen traumhaften Sommertag mit blauem Himmel und angenehmen Temperaturen.
Die ersten fast 70 km! von Haukeli nach Sand besteht nur aus Kurven Kurven Kurven. Ganze vier mal wird einem für kurze Zeit die Geschwindigkeit vorgeschrieben.
Mein Motorradfahrer-Herz blutet.

In Roldal gab es wieder eine Stabkirche Norwegen - Roldal zu bewundern und bei der Durchfahrt durch das Telemarken-Massiv fühlte man sich wieder richtig klein im Gegensatz zu den Bergen.
In Sand gab es ein nettes kleines Stadtfest vor der Fähre und auch bei der Weiterfahrt auf der 46 gabs entlang des Sundalsvatnet wieder nur Kurven Kurven Kurven.
Dazu kamen aus den Lautsprechern die Töne der CD “No Eats Yes” von Hattler. So schön kann Sommer sein.
Zum Schluss gabs in Ølen noch ein technisches Highlite in Form einer kompletten Ölplattform in einer Werft. Norwegen - Ölplattform

Von Etne nach Øvre Eidfjord

Sonntag 11.06.2006 von Etne nach Øvre Eidfjord

Gestern durften wir abends wieder mal ans andere Ende des Platzes umziehen, weil der Zeltnachbar eine Party mit lauter Bumm-Bumm-Musik feierte. Anscheinend ist das hier auf Campingplätzen am Wochenende so üblich.
Heute fuhren wir einfach nur kurz nach Øvre Eidfjord und legten uns sehr früh auf die faule Haut. Bei 30 Grad ist das aber auch nicht ungewöhnlich und der sehr gute Campingplatz direkt am See lädt zum rumgammeln geradezu ein. Nur ein paar Spatzen waren so hartnäckig, dass ich einen von ihnen einfach “abschiessen” musste. Norwegen - Eidfjord

Von Øvre Eidfjord nach Aurland

Montag 12.06.2006 von Øvre Eidfjord nach Aurland

Am nächsten Tag wollten wir die Flambahn benutzen und sind deshalb heute bis Aurland gefahren.
Die Fahrt über das Hardangervidda (Hochebene) war relativ unspektakulär wobei die epische Einöde schon wieder was grandioses an sich hatte.
Beim Versuch an den Bach zu kommen bin ich eingebrochen und stand zum Glück nur bis zu den Knien im Schnee. Das war richtig schön kalt, aber was tut man nicht alles für ein gutes Bild Norwegen - Hardangervidda

Die Aussicht auf den Aurlandfjord bei der Abfahrt von der Hardangervidda ins Tal ist einfach genial. Norwegen - Aurlandfjord

Von Aurland über Flåm und Kaupanger nach Lom

Dienstag 13.06.2006 von Aurland über Flåm und Kaupanger nach Lom

Die Flåmbahn und den dazugehörigen Massenauflauf von Touristen eines Kreuzfahrtschiffes haben wir uns nur kurz angeschaut und sind dann weiter gefahren.
So schön kann kein Wasserfall sein, dass ich mir so etwas antue. Noch ein Grund den stolzen Fahrpreis nicht zu bezahlen war das Wetter was mal wieder trübe wurde.
Den 24 km langen Tunnel zwischen Aurland und Lærdal haben wir uns geschenkt und sind statt dessen über den Aurlandsvegen gefahren.
Die Strasse wurde als sehr eng und gefährlich beschrieben. Eng war sie, aber gefährlich? Nicht wirklich. Wer jemals den Splügenpass gefahren ist, kann darüber nur müde lächeln.
Sie ist aber auf jeden Fall dem Tunnel vorzuziehen wenn man Zeit hat.
Oben der Blick über das Hornadalen-Massiv ist dann aber gigantisch. Norwegen - Hornadalenmassiv

Runter ging es wieder etwas gemächlicher und der alte Hafen von Lærdal Norwegen - Laerdal war echt schnuckelig. Der Rest des Ortes war eher unspektakulär aber im örtlichen Supermarkt gabs dann endlich mal frischen Fisch und zum Mittagessen leckere warme Pasteten.
Weiter ging es auf der 55 am Jotunheim-Nationalpark vorbei. Dabei gab es einen klasse Panoramaausblick auf das Sognejfell-Massiv.
Auch hier ging es wieder lange Strecken einspurig dahin. Eine Gruppe französicher Wohnmobilisten war damit aber überfordert, oder kannten den Sinn der reichlichen Ausweichstellen nicht.
In Kaupanger steht dann wieder eine Stabkirche Norwegen - Kaupanger .
Der Abend kurz hinter Lom gestaltete sich sehr windig und es wurde wieder ziemlich duster.

Von Lom über Geiranger nach Sykkylven

Mittwoch 14.06.2006 von Lom nach Sykkylven

In Lom gab es auch eine nette Stabkirche die wir uns morgens noch kurz anschauten. Der verhängte Himmel liess mal eine schöne düstere Stimmung aufkommen. Norwegen - Lom
Die 15 nach Langevatn war leider autobahnähnlich ausgebaut und sehr langweilig zu fahren. Erst nach dem Abzweig auf die 63 Richtung Geiranger ging es wieder gemütliche eine schmale und steile Strasse hoch. Oben gab es Schneegestöber und ich war froh Winterreifen aufgezogen zu haben.
Die Mautpflichtige Strasse für die Aussicht in den Geiranger haben wir uns aufgrund des Dreckwetters geschenkt und sind direkt wieder runter gefahren.
Nach Verlassen der Wolkendecke gab es auch prompt einen super Aussichtspunkt auf den Fjord. Norwegen - Geiranger Wie man auf dem Bild erkennen kann legte die Fähre gerade ab und wir hatten somit reichlich Zeit bis zur nächsten Abfahrt. Das Örtchen Geiranger ist schnuckelig aber auch sehr touristisch angelegt. Das Kreuzfahrtschiff bootete gerade aus und es waren knappe 50! Busse notwendig um die ganzen Leute aufzunehmen. Ein sagenhaftes Schauspiel wie die Stewards des Schiffes die Leutchen in die Busse verfrachteten. Während des Wartens lichtete sich die Wolkendecke und pünktlich mit dem blauen Himmel kam auch das Hurtigruten-Schiff um die Ecke gebogen Norwegen - Geirangerfjord mit Hurtigruten Norwegen - Geirangerfjord mit Hurtigruten

Auf der Fähre lichtete ich natürlich wie jeder andere an Bord auch die Sieben Schwestern ab. Norwegen - Geirangerfjord mit den sieben Schwestern . Viel mehr gab es hier aber auch nicht zu sehen. Deshalb war ich schon etwas enttäuscht. Nach den ganzen vollmundigen Ankündigungen der Reiseführer und dem horrenden Fahrpreis von ca. 60 Euro für die Fähre hatte ich mehr erwartet. Aber so richtig schlecht war es auch wieder nicht. Norwegen - Geirangerfjord
In Sykkylven fanden wir schliesslich einen schönen ruhigen Platz wo wir uns einen ruhigen Abend machen konnten.

Von Sykkylven über Fiska nach Tunheim

Donnerstag 15.06.2006 von Sykkylven über Fiska nach Tunheim

Die Routen des Reiseführers wieder verlassend fahren wir zuerst Richtung Runde biegen bei Stockksund aber links ab nach Moltustranda.
Sie ist gut ausgebaut und führt direkt durch eine recht rauhe landschaft an der Küste entlang. Genau so hatte ich mir immer norwegische Küstenstrassen vorgestellt.
In Larsnes sollte es eine Fähre Richtung Åram geben. Bei dieser Fähre merkte man schon, das man eher in ländlicheren Gebieten unterwegs ist. Da wird vor dem Auffahren noch ein kurzes Schwätzchen mit dem Einweiser gehalten. Weiter gehts wieder direkt an der Küste entlang über Åram in Richtung Fiska. In Fiska gehts wieder auf die 61 und hinter dem Ort Tunheim gibt es einen nicht verzeichneten, kostenlosen! Stellplatz an einer Statoil-Tankstelle. Sogar Strom war inklusive. Bei schönem Wetter wäre die Aussicht auch super.
Mein erster Urlaubstag ohne ein verwertbares Bild. Schluchz.

Von Tunheim übers Westkap nach Vedvik

Freitag 16.06.2006 von Tunheim übers Westkap nach Vedvik

Am Fjord gegenüber von Fiska liegt das kleine Dorf Vanylven. Sehr malerisch liegt es an einer kleinen Bucht. Leider war das Wetter immer noch besch… aber noch ein Tag ohne Foto ging nicht. Norwegen - Vanylven

Der Abstecher zum Westkap lohnt sich leider nicht in Form schöner Ausblicke. Dafür sind die Wolken zu niedrig aber kurz unterhalb der Wolkendecke gab es einen schönen düsteren Ausblick Norwegen - Westkap Bei schönem Wetter muss die Aussicht aber genial sein.
Während der Aufnahmen zu dem Panorama sah ich immer wieder Steinschmätzer auf den Wiesen neben der Strasse. Da der Regen aufhörte legte ich mich mal auf die Lauer. Und schon nach kurzer Zeit konnte ich zuschlagen. Norwegen - Steinschmätzer

In Vedvik angekommen präsentierte sich der angekündigte Sandstrand Norwegen - Sandstrand in Vedvik von seiner besten Seite. Etwas Wellengang und trockenes Wetter. Also direkt raus auf den Strand und eigentlich nur proforma die Kamera mitgenommen.
Ausser scheuen Austernfischern Norwegen - Austernfischer und Möwen Norwegen - Möwen war anfänglich auch nichts zu sehen. Die Überraschung war aber gross, als wir aus Versehen ein paar Große Brachvögel störten und aufscheuchten. Norwegen - Großer Brachvogel
Einmal von der Existenz wissend konnte ich die beiden auch schön im Gras ablichten. Norwegen - Großer Brachvogel Norwegen - Großer Brachvogel
Leider fing es dann an zu regnen aber eine super Überraschung kam dann noch, als ein Otter erst ein kurzes Stück am Strand herumlief um dann wieder in einem kleinen Flusslauf zu verschwinden. Leider war die Kamera schon wieder weggepackt. Schaaaaade.
Am frühen Abend hörte der Regen wieder auf und wir drehten noch eine Runde. Dabei begegneten wir neben den oben erwähnten Vögeln noch einer kleinen Gruppe von Eiderenten. Norwegen - Eiderenten Norwegen - Eiderenten Norwegen - Eiderenten
Alles in allem ein super Areal für Vogelfreunde.

Von Vedvik nach Førde

Samstag 17.06.2006 von Vedvik nach Førde

Morgens spazierten wir noch eine schöne Runde am Strand entlang und fuhren anschliessend in Richtung Førde ab. Eine kleine eingezeichnete Fähre war zwar da, fuhr aber nicht. Die alternative Strasse wäre ganz nett gewesen wenn es denn nicht begonnen hätte zu regnen. Der Regen wäre auch nicht so schlimm gewesen wenn er denn auch mal wieder aufgehört hätte.
Die nächste Fähre war mal so richtig lustig weil die Einweiser etwas chaotisch waren und auch den letzten Quadratzentimeter ausnutzen wollten. Die dadurch entstandene Fahrzeugdichte machte ein Aussteigen während der Überfahrt unmöglich. Angekommen sind wir und die 18 Thunderbirds trotzdem. Die Gruppe amerikanischer Strassenkreuzer fuhr im nächsten Ort zu einem Treffen. Als wir sahen wie der schöne Rasenplatz des Treffens schon aussah freuten wir uns über unser matschfreies Mobilheim und fuhren weiter. Es regnete immer noch und nachmittags meldete sich meine Migräne auch noch zu Wort.
Es gibt Tage, da bleibt man am besten im Bett.

Von Førde nach Vangsnes

Sonntag 18.06.2006 von Førde nach Vangsnes

Die gestrige Selbstmedikation mit norwegischem Bier brachte beim Einkaufen einen leeren Geldbeutel, abends einen unerwartet hohen Genuss, am nächsten Morgen aber auch leider einen Kater.
Aber die Migräne war weg, also war es ein erfolgreicher Selbstversuch.
Nur regnet es immer noch Bindfäden.
Kurz nach dem Likholefossen, der bei Regen auch nicht so dolle ist. Sahen wir schöne kleine Bäche sich durch lichten Wald winden. Der Boden war durch den Regen sehr sumpfig, so dass ich nicht sehr weit in den Wald herein kam. Aber ein paar schöe Bilder konnte ich dem Wald doch entlocken.Norwegen - Norwegen - Norwegen -
Netter weise hörte es wie bestellt beim Bildermachen auf zu regnen. Am Sognefjord in Sværen kurz hinter Ulvestad gibt es die, meiner Meinung nach, schönste Hütte Norwegens zu bewundern. Norwegen -

Pünklich mit der Fähre nach Vangsnes beginnt wieder der Regen. Die Campingplatzdichte hier ist sehr hoch und so finden auch wir schnell ein Plätzchen wo wir Fussball schauen können.

Das Spiel ist so nicht so spannend und ich beginne über die vielen verschiedenen Regenarten zu philosophieren.

Es gibt
- den ganz leisen feinen Regen. Man hört ihn nicht, aber sobald man die Tür aufmacht, ist man geduscht.

- den knisternden Regen. Er produziert auf den Dachluken ein feines Knistern. Er ist hervorragend zum Einschlafen geeignet.

- den rauschenden Regen. Durch sein rauschendes Geräusch auf dem Dach ruft er eine erhöhte Toilettenbenutzungsrate hervor. Vor allem nach dem Genuss eines Bieres. Und wichtige Tore beim Fussball fallen natürlich immer genau zu diesem Zeitpunkt.

- und zum guten Schluss den platschenden Regen. Der ist so laut das man nachts davon wach wird. Und natürlich auch sofort auf die Toilette muss.

Am liebsten war mir aber immer der trockene, unsichtbare und lautlose Regen bei Sonnenschein.

Von Vangsnes nach Bergen

Montag 19.06.2006 von Vangsnes nach Bergen

Regen, Regen, Regen. In allen philosophischen Variationen.
Aufgrund dessen haben wir uns dazu entschlossen, direkt nach Bergen durchzufahren.
Bei der Ankunft dort war gerade mal trockenes Wetter, also sind wir sofort in die Innenstadt aufgebrochen.
Es lagen drei Kreuzfahrtschiffe im Hafen und dem entsprechend war der Hafen mit seinem Fischmarkt Norwegen - Bergen Fischmarkt gut besucht. Sehr touristisch das ganze und warum man dort auch Walfleisch anbieten muss bleibt wohl ein Geheimnis der Norweger, denn die Verkäufer waren mir persönlich etwas zu aggressiv kundenorientiert um mit ihnen ein Pläuschen zu machen.
Kurz darauf fing es wieder wie aus Eimern an zu schütten. Mir sind aber schon einige sehr schöne Ansichten aufgefallen die ich morgen bei hoffentlich trockenem Wetter knipsen werde.
Am späten Abend war es mal wieder kurz trocken und so gingen wir noch einmal ins Zentrum um evtl. ein paar angeleuchtete Sehenswürdigkeiten zu knipsen. Aber auch hier wurden wir sehr entäuscht. Das einzige was angeleuchtet war, war der langweilige Turm der Festung. Norwegen - Bergen Festungsturm Sonst gab es kein einziges angestrahltes Ding zu sehen. Die Bergener sind anscheinend sehr sparsam.

Bergen

Dienstag 20.06.2006 Bergen

Regen, Regen, Regen.
Immer mal wieder kurz unterbrochen von ein paar trockenen Minuten. Aber im Grunde genommen war es Dauerregen. Shopping macht so natürlich auch nicht soviel Spass und Bergens Shoppingmeilen sind für westeuropäische Großstädter wie uns sehr übersichtlich. Interessant war es aber allemal.
An DER Sehenswürdigkeit überhaupt, die alten Speicherhäuser in Bryggen kamen wir natürlich auch nicht vorbei ohne ein Paar bilder zu machen. Norwegen - Bryggen Besonders die verwinkelte und enge Bauweise war stellenweise sehr faszinierend. Norwegen - Bryggen Norwegen - Bryggen
Viel interessanter fand ich aber den Stadtteil Sanden mit seinen kleinen Gässchen Norwegen - Sanden Norwegen - Sanden und seiner ebenfalls verwinkelten Bauweise Norwegen - Sanden

Von Bergen nach Hanstholm

Mittwoch 21.06.2006 von Bergen nach Hanstholm

Die Fähre nach Dänemark legte gegen Mittag ab und ich konnte bei der Ausfahrt noch ein kleines Panorama vom Hafen machen. Norwegen - Bergen Hafenpanorama
Kurz nach verlassen des Hafens kam natürlich die Sonne raus. Manches mal fühlt man sich schon etwas vera… vom Wetter.
Natürlich nutzte ich das Wetter noch aus und konnte neben einer einbeinigen Möwe Norwegen - auch ein schönes Hängebrücken-Panorama herstellen. Norwegen -

Bis nach Haugesund war das Wetter gutmütig, die Wellen klein und das Leben angenehm. Ein sehr erholsamer Urlaub ging zu Ende und wir verliessen ein Land, in dem

- es tausende Bus-Haltestellen aber keinen einzigen Fahrplan zu sehen gibt

- die Leute extrem freundlich und zuvorkommend sind

- man Elche nur auf Aufklebern, Strassenschildern oder in Form von Salami sieht

- sagenhafte Landschaft und ausufernde Gegend zu sehen gibt

- selbst Hundehütten und Entenhäuser rot angepinselt werden

- Gegenverkehr immer an der engsten Stelle kommt.

Nach Haugesung ging es dann auf offene See und die Wellen wurden höher und der Wind wehte heftiger und die Wellen wurden höher und das Schiff stampfte und die Wellen wurden höher und meiner Frau wurde schlecht und die Wellen wurden höher und meine Frau wollte sterben…….

Mir ging es glücklicherweise nicht so schlecht und konnte sogar ein wenig schlafen. Ich freute mich aber zum ersten Mal wirklich über die Handgriffe in der Dusche.

Von Hanstholm nach Flensburg

Donnerstag 22.06.2006 von Hanstholm nach Flensburg

Auf festem Boden ging es meiner Frau wieder schnell besser, trotzdem machten wir auf einem Parkplatz ein ausgedehntes Nickerchen. Schliesslich hatten wir vor, bis nach Köln durch zu fahren.
Ein LKW-Fahrer hatte aber anscheinend etwas dagegen und liess aus diesem Grund ein 20×20x200 cm Kantholz Norwegen - Kantholz auf die Autobahn fallen. Ein PKW vor uns fuhr darüber und demolierte sich einen Reifen und brach das Kantholz in zwei Teile. Ich sah diverse größere Trümmer über die Strasse wirbeln und wich nach rechts aus. So weit so gut, wäre nicht unser rechter Vordereifen mit dem groben Winterreifenprofil in den lockeren Untergrund neben dem Standstreifen geraten. So zog das Wohnmobil sich selber immer weiter in den weichen Graben wo es endlich zum stehen kam…

…und, durch seinen hohen Schwerpunkt bedingt, gaaaanz langsam auf die Seite kippte. Norwegen - Umgekippt

Glücklicherweise körperlich unversehrt kümmerten wir uns nun mit Hilfe des ADAC’s und dem sehr engagierten Abschleppwagenfahrer (Auch hier sei nochmals ausdrücklich unser Dank an den netten Herrn ausgeprochen!) um den Verbleib des Wohnmobil. Die dänische Polizei war da leider nicht so gut drauf und liess uns nach einem negativ verlaufendem Alkoholtest mutterseelenallein an der Autobahn zurück. WIr waren ja nicht im Weg und hatten nichts an der Autobahn kaputt gemacht, also musste man sich nicht weiter drum kümmern.

Nach dem ersten Bergungsversuch, der an der Gewichtsverteilung des Wohnmobils scheiterte Norwegen - Bergunfsversuch 1 , kam ein dänischer Kollege mit einem zweiten Bergewagen dazu.

Aber auch hier war nach dem Aufrichten Schluss wegen dem lockeren Untergrund. Also musste letztendlich doch die dänische Polizei die Autobahn komplett sperren und mithilfe eines großen Krans kam unser Wohnmobil wieder auf die Beine. Norwegen - Bergungsversuch 2
Nach einem kurzen Abschleppen zum nächsten Fiat-Händler in Flensburg standen wir knapp acht Stunden nach dem Unfall gegen 20 Uhr in einem ziemlichen Durcheinander in unserem rollenden Heim.
Der Fiat-Händler entpuppte sich als sehr hilfsbereit. Ein noch anwesender Angestellter versorgte uns mit Strom und eine eigentlich schon geschlossene Frittenbude verkaufte uns netterweise noch eine paar Schockbekämpfungsmittel.
Der Abend verging wie im Fluge mit Aufräumen. Die größte Schweinerei war eine aufgegangene Dose Früchtetee und der ausgelaufene Seifenspender im Bad. Sonst war eigentlich alles nur ordentlich durcheinander gewirbelt worden.

Um wieder einen Hauch von Normalität in das optische und gefühlte Chaos zu bekommen, schauten wir uns noch die zweite Halbzeit eines Fussballspiels an und köpften die beiden kleinen Flaschen Flens bevor es ins Bett ging.

Was für ein Tag.

Von Flensburg nach Köln

Freitag 23.06.2006 von Flensburg nach Köln

Die Frittenbude hatte morgens wieder auf und es gab leckeren Kaffee und belegte Brötchen zum Frühstück. Die Werkstatt bemühte sich sehr um uns und stellte recht schnell fest, das wir mit dem Mobil ruhig wieder weiter fahren konnten. Da beim Umfallen keine Geschwindigkeit nach vorne dabei war, war das Chassis und der Motor unversehrt.
Also rauf auf die Autobahn und zunächst recht vorsichtig losgefahren. Dabei ignorierten wir geflissentlich die dichte Qualmwolke die wir aufgrund des Öls im Turbolader hinter uns herzogen.
Die Rauchwolke verflüchtigte sich aber schnell und der Rest der Heimfahrt verlief Ereignis- und Problemlos.

P.S.: Die erste Einschätzung des Wohnmobilhändlers verheisst nichts gutes aufgrund der entstandenen Schäden im Innenraum.
Es wird wohl ein Totalschaden sein.

P.P.S.: Es war kein Totalschaden und es wird noch einige Reiseberichte geben.